Das Vorstellungsgespräch: davor, währenddessen und danach

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Ein zentraler Aspekt im Vorstellungsgespräch ist das Kennenlernen. Die fachlichen Qualifikationen haben Sie bereits durch Ihre Unterlagen nachgewiesen, jetzt sind Sie als Persönlichkeit gefragt. Der Personalbeauftragte der Firma hat generell das Ziel, sich einen Gesamteindruck von Ihnen zu machen und Sie kennenzulernen.


Vorbereitung
  • Informieren Sie sich über die Anforderungen der Stelle
    Welche Aufgaben kommen auf Sie zu und was genau bringen Sie fachlich dafür mit? Warum passen genau Sie auf diese Stelle und zum Unternehmen?
  • Informieren Sie sich über das Unternehmen
    Wie viele Mitarbeiter sind dort beschäftigt?
    Gibt es Umsatzzahlen? Zahlen zu Kunden, Klienten oder Betreuten?
    Welche Struktur ist vorhanden?
    Wissen Sie Genaueres über die Branche und etwas über die Unternehmenskultur?
  • Informieren Sie sich darüber, was Sie wert sind
    Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was Sie verdienen sollten und davon, was Sie mit ihrer Qualifikation und Kompetenz verdienen können. Im Internet gibt es zahlreiche Seiten mit Gehaltsreports und Lohneingruppierungen von Berufsgruppen und den entsprechenden Branchen (z.B. nettolohn.de oder gehaltsvergleich.com). So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie Sie in die Gehaltsverhandlung einsteigen können. Wann eine Forderung zu hoch sein kann und auch, wenn Sie sich unter Wert verkaufen. Denken Sie immer an den Mehrwert, den Sie dem Unternehmen bringen.
Wenn Sie nicht über herkömmliche Recherchen Informationen zum Unternehmen finden können (Internet, Kollegen, Freunde) sind das Themen, die man auch gut im Gespräch an geeigneter Stelle erfragen kann. 


Während des Gesprächs
  • Bleiben Sie authentisch: Sicherlich möchten Sie einen guten Eindruck hinterlassen und sich gut verkaufen. Sobald Sie sich aber im Gespräch komplett verstellen, merkt das Ihr Gesprächspartner sehr wohl und versucht Sie mit gezielten Fragen aus der Reserve zu locken.
  • Welche Fragen haben Sie zu erwarten?
    Generell können alle Fragen zu Ihrem beruflichen Werdegang und für die Stelle wichtigen Informationen abgefragt werden. Fragen zu Ihrem Privatleben müssen Sie nicht beantworten.
  • Die Gehaltsverhandlung
    Das wichtigste vorweg: Vermeiden Sie unbedingt Argumentationen, die Ihr Privatleben betreffen. Dazu zählt alles von Kredit abbezahlen bis hin zu einer hohen Miete. Den Arbeitgeber interessiert der Mehrwert, den Sie in das Unternehmen einbringen.
  • Ein Gespräch lebt vom Dialog
    Sie möchten gerne den Arbeitsplatz und das Unternehmen Ihre Arbeitskraft. Der Personalreferent und die Fachabteilung sind zwar in der Position, dass sie sich aus mehreren Bewerbern jemanden aussuchen können, aber woher weiß er/sie, dass Sie nicht der/die beste für den Job sind und selbst noch einige Eisen im Feuer haben? In der Regel werden Sie auch nach weiteren Bewerbungen gefragt. Ein gutes Gespräch verläuft nach meinem Verständnis auf Augenhöhe. Wenn Sie also merken Sie „unterhalten“ sich gut und können ein wenig fachsimpeln, dann haben Sie sehr gute Karten in die nächste Runde zu kommen und den Job fast in der Tasche.

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Was kommt danach?

So schwer es Ihnen auch fallen mag, rufen Sie nicht gleich nach einer Woche an. Bewerbungsverfahren können eine Weile dauern und trotz ersten geeigneten Kandidaten, führen viele Firmen weitere Gespräche. Nur so können sie sich die besten Leute aussuchen und die Bewerber im Hinblick auf die Stelle vergleichen. In der Regel erhalten Sie ein Antwortschreiben in dem Sie gebeten werden, sich noch etwas zu gedulden. Wenn Sie eine Woche lang nichts hören ist das noch keine Absage. Sie versenden zwar eine Mappe und haben entsprechend viel Energie und Herzblut investiert, der Personalsachbearbeiter bekommt jedoch je nach Attraktivität der Stelle eine ganze Menge dieser Mappen auf seinen Tisch.


Ein paar Tipps zum Schluss

Machen Sie sich nicht selbst das Leben schwer, in dem Sie das Verhalten des Unternehmens fehlinterpretieren. Dazu zählen Gedanken wie:

„…die haben bestimmt schon jemanden, die Absage kommt bald“
„…von denen höre ich sowieso nichts mehr“
„…ich war an dem Tag schlecht drauf, das wird eh nix“
„…bestimmt fand der/die mich unsympathisch“


Wenn Sie beim Gespräch waren, legen Sie die Sache für sich beiseite. Sie haben Ihr Bestes gegeben, ein sauberes Anschreiben verfasst und ein Gespräch geführt. Jetzt sind es Faktoren, die die Entscheidung der Organisation beeinflussen, die Sie auch durch eine telefonische Nachfrage nicht beeinflussen werden.

Viel Erfolg bei Ihrer Jobsuche
Benjamin Rahn

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