"Du kannst es einfach nicht": Negative Überzeugungen positiv verändern

Wir alle haben sie im Ohr. Mal sagt sie dir, dass du nicht gut genug für etwas bist, mal sagt sie dir dein Aussehen ist furchtbar und manchmal sagt sie auch "das war ganz okay". Deine innere Stimme, der Dialog mit dir selbst.  Das nonverbale Selbstgespräch ist kein Hirngespinst von Psychiatrieinsassen, sondern betrifft nahezu jeden gesunden Menschen. Natürlich ist die Stimme eine Metapher für den Dialog mit uns selbst, eine innere Rückkopplung, die in jedem Moment unseres Lebens stattfindet. Das kommt im Positiven ebenso wie im Negativen vor. Bei manchen Themen kommt die innere positive Bestärkung vor "Das konntest du einfach schon immer gut". Bei anderen Themen oder Situationen kommen die negativen Aspekte des Dialogs zum Tragen "War klar, dass das nicht klappt"(Anmerkung: Ich verwende in diesem Artikel das persönlichere "Du" als Anrede, weil es einen besseren Zugang zu deinen unbewussten Anteilen hat und du so mehr Nutzen daraus ziehen kannst)

Besonders dann, wenn uns diese Stimme kritisiert, schenken wir ihr Aufmerksamkeit oder blenden sie bewusst aus. Natürlich sagt jetzt der eine oder andere "Welche Stimme eigentlich", denn nicht alle schenken ihr Gehör oder beachten den eigenen inneren Dialog, wenn sich die Gedanken um Fehltritte und um Kritik an unserer Person drehen. Du wirst im Folgenden erfahren, was ich damit meine.

Ich möchte Dir in diesem längeren Blogartikel ein paar wirksame Strategien an die Hand geben, mit denen du deiner inneren Stimme Gehör schenkst und dir zeigen, wie du deinen Überzeugungen eine positivere Richtung geben kannst.

Da waren in der Schule früher Lehrer, die dir immer sagten "das mit dem Rechnen wird nichts mehr", Eltern die dir einredeten "das kannst du sowieso nicht" und Freunde, die dich aufgrund ihrer eigenen Defizite klein halten wollten, indem sie dir ebenfalls negative Dinge einredeten und dich so zu sich herunterzogen. Dann geschehen ein/zwei Dinge, die deren Aussagen bestätigen und du beginnst zu denken "ja, stimmt irgendwie". Voilá: negative Überzeugungen beginnen sich durch einen inneren Dialog zu reproduzieren.

Irgendwann hat sich im Laufe deines Lebens ein Sammelsurium aus negativen Überzeugungen gebildet, das deine unbewussten Anteile immer dann bestätigen, wenn eine entsprechende Situation aufkommt. Deine negative Überzeugung z.B. ein Außenseiter zu sein, bestätigt sich immer wieder. Weitere Beispiele, die ich in Coachings höre sind u.a.

  • Das Leben ist einfach schwierig (hat meine Mutter auch schon immer gesagt)
  • Du bekommst eh nichts geschenkt
  • So einfach ist es aber nicht, denn...
  • Schaffe ich sowieso nicht, weil...
  • Ich darf keine Gefühle zeigen
  • Ohne Fleiß kein Preis
  • War bei meinen Eltern schon so

Erfahrungen aus der Vergangenheit haben dir gezeigt, dass du damit recht hast und wenn du dir sagst "Ich bin ein Außenseiter" oder "ich bekomme nichts geschenkt" wirst du (unbewusst) nach der Bestätigung Ausschau halten. Deine unbewusste Wahrnehmung sucht geradezu danach, deine Annahmen zu verifizieren und wenn sie bestätigt wurden, ergibt sich eine Art innere (unbewusste) Genugtuung.


"Wir sind nicht Herr im eigenen Haus" (Freud)

Bevor du mir jetzt einen geharnischten Brief schreibst, lass diesen letzten Satz bitte noch einmal wirken, denn mir ist durchaus klar, dass es schwer zu verstehen und auszuhalten ist. Da stört dich viele Jahre ein Thema und du weißt einfach nicht, wie du da rauskommen sollst und am Ende hast du einen "Genugtuung" davon?
Lass mich die Frage anders herum stellen: Wieso glaubst du, dass es bislang nicht geklappt hat, eine Veränderung herbeizuführen? Obwohl du ganz bewusst deine Finanzen ordnest, hast du trotzdem dauernd ein Minus auf dem Konto, obwohl du dir vornimmst in Besprechungen präsenter zu sein, klappt es einfach nicht und obwohl du dir vorgenommen hast offener und nicht mehr so ernst zu sein, bist du nach wie vor zurückhaltend bei geselligen Anlässen und kommst einfach nicht aus dir raus.

Was hast du dir selbst gesagt, nachdem all diese Situationen stattfanden? "Schade hat nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgenommen habe" oder "War ja klar, dass es nicht klappt. Warum sollte es auch so einfach von jetzt auf gleich"? Ich gehe davon aus, dass es eher das zweite war. Wir Menschen haben die grundsätzliche Veranlagung, dass unsere Erfahrungen und Annahmen bestätigt und damit verstärkt werden. Das gilt für positive ebenso wie für negative Erfahrungen.

Hat deine Mutter oder dein Vater immer davon geredet, dass Geld nicht gut ist und Menschen mit viel Geld einen schlechten Charakter haben, so hast du das als Kind ungeprüft in deine Überzeugungen übernommen. Jetzt bestätigst du immer wieder, was du darüber glaubst. Und das, obwohl dir irgendwann mal ein Motivationsguru gesagt hat "Sag dir einfach : ICH BIN REICH" und dann wirst du reich. Jeder, der das einmal versucht hat, wird schnell festgestellt haben, dass es Humbug ist. Sich Dinge einzureden, die in der Realität definitiv anders sind, führt zu mehr Frustration als zu positiven Effekten.

Nicht Herr im eigenen Haus zu sein ist eine bittere Erkenntnis. Um diese Aussage kurz noch mit Inhalt zu füllen, möchte ich dir noch ein/zwei Dinge über unser Gehirn erzählen. Vor vielen vielen Jahrtausenden, als wir Menschen noch wenig zivilisiert waren und mit dem Speer jagten, waren unsere Gehirne noch anders strukturiert. Der analytische Teil, so wie er heute im frontalen Kortex des Menschen vorhanden ist, existierte zu dieser Zeit noch nicht.

Stattdessen hatten wir das Emotionszentrum, die Amygdala und den Hippocampus, auch limbisches System genannt, wo Gefühle wie Hunger, Durst, Wärme-/Kälteempfindungen, Kampf oder Flucht gespeichert und abrufbar waren. Erst im Laufe der nächsten Jahrtausende stülpt sich mit jedem Schritt der Evolution ein analytischer Teil darüber, der kognitive Funktionen wie sprechen, rechnen, schreiben, lesen und abstraktes Denken ermöglicht. In unserem Emotionszentrum sind jedoch auch heute noch eine Menge Überzeugungen unbewusst abgespeichert: Damals: "Säbelzahntiger gefährlich, fremder Mann mit Waffe ebenfalls gefährlich. Heute: "Politiker korrupt, Welt schlecht." 

Diese Erfahrungen müssen wir selbst gar nicht gemacht haben, sind aber aus Erfahrungen von unseren Eltern, Großeltern und Freunden so an uns weitergegeben worden. Sie begleiten uns ein Leben lang unreflektiert und akzeptiert, sofern wir nicht aktiv eingreifen. Anerzogene Überzeugungen finden sich in jedem Menschen, die wir als Kinder auch zwingend brauchten, um selbst ein Bild der Welt zu bekommen und uns in ihr zu orientieren. Ob sie alle in deinem Erwachsenenalter noch Gültigkeit besitzen, kannst du nachfolgend für dich überprüfen.

Drei Schritte zu positiven Überzeugungen (Glaubenssätzen)

1. Identifikation negativer Glaubenssätze

Zugang zu deinen unbewussten Glaubenssätzen findest du über deine Sprache und deine Gedanken. Oft wissen wir nicht so genau, was wir den ganzen Tag von uns geben. So ist es manchmal selbstverständlich, dass du in einer heiteren Wirtshausrunde häufiger sagst "Politiker sind alle korrupt, die wollen dein Geld genauso wie deine Stimme zur Wahl." So genannte Generalisierungen sind ein guter Hinweis darauf, was in deinem Unbewussten vorgeht. Weitere Beispiele für Generalisierungen sind
  • Das macht man halt so
  • Es gehört sich nicht für eine Frau/einen Mann xyz zu machen
  • Männer wollen nur das Eine
  • Frauen wollen nur dein Geld
  • Überall wird betrogen, man muss einfach vorsichtig sein
Auch diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Und das solltest du auch machen. In einem ersten Schritt nimmst du dir ein kleines Büchlein und beginnst aufzuschreiben, welche Generalisierungen dir einfallen, die du häufig wiederholst. Dazu kannst du natürlich auch enge Vertraute befragen. Wichtig ist, dass du ehrlich zu dir bist und es ertragen kannst, wenn dir deine Freunde auf deine Nachfrage ehrlich sagen, was du häufig wiederholst. 

Eine weitere Möglichkeit an deine negativen Überzeugungen zu kommen erfordert etwas mehr Training, ist aber sehr effektiv. Vor allem für die spätere Umdeutung ins Positive. Setze dich in aller Ruhe an einen Ort, wo du ungestört bist. Handy aus, Telefon aus, Störungen abschalten. Alleine vor diesem Moment ist manchem Coachee bange. Denn wenn es um uns herum ruhig ist und wir nur auf uns zurückgezogen sind, werden die Gedanken lauter. Unser innerer Dialog lässt sich kaum durch Radiogedudel, Gespräche oder Social Media Anwendungen ausblenden. 

Wir sind also nahezu gezwungen, uns selbst zuzuhören. Manche Coaches und Trainer empfehlen, dass man in Meditation gehen soll. Wer sich das zutraut bzw. dazu eine Affinität entwickeln kann, darf das unbedingt machen - Seiten gibt es im Internet dazu unzählige. Denn im Alphazustand, den unser Gehirn dadurch erreicht, haben wir einen sehr guten Zugang zu unseren unbewussten Anteilen. Soweit musst du jedoch gar nicht gehen. Zunächst reicht es in aller Stille zu sitzen und sich ernsthaft einem Thema zu stellen, das einen wirklich beschäftigt und es zu visualisieren oder dem Thema eine Überschrift zu geben. Anschließend stellt man sich selbst die Frage "Was denke ich über xyz".
Schreibe dir anschließend sofort in dein Buch, welche Gedanken in dir hochkommen, so absurd sie dir vielleicht auch erscheinen mögen. Gut! Du merkst, die Arbeit an dir erfordert durchaus eine Anstrengung. Es braucht Zeit und vor allem Geduld mit dir selbst.

Jetzt weißt du, was in dir vorgeht und du hast mit ein wenig Geduld und Übung deine negativen Überzeugungen identifiziert. Wie kommt es, dass du offensichtlich an ihnen festhältst? Das kannst du analysieren, indem du dir die folgende Frage stellst:

"Was könnte der Nutzen aus meinem Problem sein?"

Schon wieder so etwas Kurioses wie mit der Genugtuung weiter oben? Wir Menschen machen nichts bewusst, dass uns offensichtlich schadet. In dem Punkt stimmst du mir sicher zu. Es gibt also Anteile in dir, die deinem aktuellen Problemthema etwas Positives, einen Nutzen abgewinnen. So kann es sein, dass du dir von deinem Geld nie etwas leistest, weil du "etwas für schlechte Zeiten aufheben" musst. Das hat deine Mutter schon immer gesagt und auch deren Mutter. Du bestätigst das unreflektiert, indem du dich genau so verhältst wie sie es erwartet hätte, obwohl du längst nicht mehr dort wohnst oder mittlerweile kein Kontakt mehr besteht.
Dein limitierender Glaubenssatz bleibt jedoch, der dich immer dann bremst, wenn du Urlaub machen möchtest oder dir ein paar schöne Dinge von deinem Ersparten kaufen willst. Spätestens in einer Beziehung mit jemandem, bei dem es genau anders herum läuft (Glaubenssatz: Gib dein Geld aus, sonst nehmen es dir der Staat oder irgendwelche Versicherungen), wird es schwierig.

2. Check & Change

Du hast jetzt mindestens drei wenn nicht sogar zehn Überzeugungen aufgeschrieben, die dich daran hindern, dein Thema in eine positive Richtung zu lenken. Sieh dir in Ruhe die Liste an und wenn du jetzt langsam anfängst dir diese Liste oder einzelne Sätze schön zu reden, dann greift dein frontaler Kortex, dein Vernunftzentrum in das Geschehen ein. Dort sitzt dein Selbstkonzept, das du dir über die Jahre hart erarbeitet hast und wird durch deine unbewussten Anteile gerade etwas erschüttert. Dieser Vorgang ist richtig und wichtig, denn nur auf diese Weise findest du zu einer Veränderung, die du dir schon sehr lange wünschst.

Du bist mitten im nächsten Schritt angelangt, in dem du überprüfst, ob diese Glaubenssätze überhaupt noch Gültigkeit haben. Wollen wirklich alle Menschen nur dein Geld? Sind alle Politiker grundsätzlich schlecht und korrupt? Haben wirklich ALLE erfolgreichen Menschen eine Ellenbogenmentalität?

Jetzt kommt der schwierigere Teil, denn du bist dabei dich gegen deine eigenen unbewussten Überzeugungen aufzulehnen. Es kann durchaus sein, dass in dir starke Gefühle hochkommen, die du nicht zu deuten weißt. Das bestätigt, dass du auf dem richtigen Weg bist. Denn was passiert mit uns, wenn wir mit einem Problem konfrontiert sind? Wir stehen ihm so nah gegenüber, dass wir nur noch das Problem fokussieren und nahezu keinen Raum mehr haben, Alternativen zuzulassen. Jetzt geht es darum, diese Mauer nicht zu durchbrechen, sondern sie einfach stehen zu lassen und außenrum zu gehen. Denn das Problem ist sicherlich da, wegreden können wir es nicht ohne Weiteres. Daneben gibt es aber eine Menge Möglichkeiten, die du bislang nicht gesehen hast.

Gehe auf die Suche nach Überzeugungen in deiner Erinnerung, in denen genau das Gegenteil der Fall war. Sicherlich kennst du eine Menge Leute, die dich als Mensch schätzen und nicht dein Geld wollen. Vielleicht kennst du einen sympathischen Kommunalpolitiker und einen erfolgreichen Menschen, der privat ganz anders ist. Denke bitte ernsthaft darüber nach und schreibe dir auch jeden noch so kleinen Hinweis auf, der deine bisherige negative Überzeugung widerlegt.

Ich verrate dir an dieser Stelle ein Geheimnis, das eigentlich keins ist: ALLE, wirklich ALLE negativen Überzeugungen lassen sich widerlegen. Denn alles was wir visuell betrachten entspricht unserer eigenen Perspektive und alles was wir von anderen Menschen hören, ist eine Meinung und wiederum deren Perspektive und Haltung. Denn egal ob Lästereien oder negative Überzeugungen - letztlich sagt es immer mehr über die andere Person aus, als über dich. Wenn du deinen Fokus veränderst, indem du dich auf Dinge konzertierst, die funktionieren und positiv sind, verändert sich auch deine Perspektive.

3. Erstelle positive Glaubenssätze

Der zweite Schritt war extrem wichtig. Weil du dich selbst dazu diszipliniert hast, positive Seiten bei Themen zu entdecken, die du sonst negativ bewertet hast, kannst du nun den dritten Schritt angehen. Dieser zweite  Schritt war derart essentiell, dass der dritte kaum ohne ihn stattfinden kann. Machen wir eine kurze Rückblende:

Du hast dich (vielleicht zum ersten Mal seit Langem) in aller Stille zurückgezogen und aktiv deinen Gedanken gewidmet. Anschließend hast du dir notiert, was du über dein Problemthema wirklich denkst. Dann hast du begonnen in Frage zu stellen, ob das wirklich Realität ist und ob diese Überzeugung in der Form überhaupt noch Gültigkeit besitzt. Weiter hast du dir überlegt, welchen Nutzen dir dein Problemthema unbewusst bringt. Und danach hast du dir überlegt, welche positiven Aspekte deine negative Überzeugung positiv widerlegen und wo du positive Erfahrungen gemacht hast. 

Chapeau! Das war schon ein großes Stück Arbeit.

Im Idealfall nimmst du dir jetzt für jeden Glaubenssatz eine Seite Platz und schreibst unter deine negative Formulierung alles Positive, das dir unter Schritt zwei eingefallen ist. Währenddessen merkst du schnell, dass dein bisheriger Glaubenssatz innerlich zu bröckeln beginnt. Dein innerer Dialog passt sich langsam deinem äußeren Denkprozess (deswegen schreibst du es auf) an. Unter diese Begriffe und positiven Formulierungen schreibst du jetzt deinen positiven Glaubenssatz. Er muss in diesem Schritt nicht perfekt formuliert sein.

Ein Beispiel: 
Hast du z.B. den negativen Glaubenssatz "Erfolgreiche Menschen haben eine Ellbogenmentalität" zunächst aufgeschrieben, steht darunter nach Schritt zwei:
"Mein/e Freund/in ist sehr erfolgreich, so wie ich ihn/sie kenne ist er/sie nett und zuvorkommend"
"Unser Nachbar ist erfolgreicher Bankdirektor, im Verein kommt er mit allen sehr gut aus, man hört nur Gutes über seine Art"
"Mein Vater ist sehr erfolgreich, er hatte immer ein offenes Ohr für alle."

In diesem dritten Schritt schreibst du darunter eine Zusammenfassung aus diesen Erkenntnissen in deinen Worten: "Erfolgreiche Menschen sind positive Menschen" oder "Ein erfolgreicher Mensch hat Interesse an den Belangen anderer". Merkst du den Unterschied in der Formulierung? Du richtest deinen Fokus anders aus. Dazu visualisierst du vor deinem geistigen Auge eine positive Interaktion mit einem erfolgreichen Menschen.

Das ist natürlich wieder ein Beispiel - setze ein, was für dich relevant ist. Sicher fragst du dich an der Stelle wieso es wichtig ist, was du über andere denkst. Wenn du so auf die Welt schaust, wie erstrebenswert wäre es dann wohl für dich, selbst erfolgreich zu werden? Dann sagst du dir in deinem inneren Dialog womöglich "Ich möchte keiner von diesen Ellenbogentypen werden" oder "Um erfolgreich zu sein, musst du dir einen braunen Hals holen" und das ist es, was du über erfolgreiche Menschen wirklich denkst. Die positive Umformulierung gibt dir die Chance, dich selbst in einem neuen Licht zu sehen und dir die Möglichkeit, erfolgreich oder erfolgreicher im Beruf zu werden, weil du keine limitierende Überzeugung mehr dazu hast. Dein innerer Dialog bekommt für dieses Thema also eine positive Richtung.

Dein neuer Alltag

Zum Abschluss der drei Schritte wird es noch einmal schwierig. Denn deine angehäuften Überzeugungen der letzten Jahre und Dekaden so einfach abzuschütteln wäre sicherlich schön und einfach. Jetzt ist es an dir, dir ein Ritual zuzulegen, wie du die positiven Überzeugungen in deinen Alltag integrierst. Das kann z.B. sein, dass du dir alles nach dem Aufstehen morgens mantraartig vorsagst. Es kann aber auch sein, dass du dir auf dein Smartphone oder auf Zetteln in deiner Wohnung Erinnerungen an deine neuen Glaubenssätze schreibst. Sie müssen in dein unbewusstes Denken übergehen und das ist bei manchen Themen sehr hartnäckig, bei manchen geht es aber auch sehr schnell, dass eine Veränderung eintritt. Sobald du eine Änderung bemerkst, die vielleicht auch in anderen Lebensbereichen auftritt, bist du auf dem richtigen Weg.

In der Literatur finden sich zweierlei Hinweise darauf, wie lange man sogenannte Affirmationen (die neuen Glaubenssätze) aufsagen soll, damit sie wirken. Zum einen sind es 21 Tage, also drei Wochen, in denen man sich die positiven Glaubenssätze täglich mehrmals aufsagen soll, in anderen Büchern sind es mehr als 60 Tage. In aller Regel sollen es ja dauerhafte Glaubenssätze werden, deswegen empfiehlt es sich, sie so lange aufzusagen, bis die gewünschte Veränderung eintritt. Bleibt diese dauerhaft bestehen und verliert man es langsam aus dem Blick, sich die neuen Glaubenssätze aufzusagen, sind sie bereits unbewusst aktiv. Aber Achtung: Unser Unbewusstes ist sehr dominant und versucht allzu gerne den alten Zustand wieder herzustellen. Damit eine Veränderung dauerhaft bleibt, musst du dauerhaft ein neues Verhalten mit neuen Überzeugungen haben.

Bevor ich zum Schluss komme, der Vollständigkeit halber noch die Kür. Wenn du ein wenig im Internet nach Glaubenssätzen und deren Veränderung stöberst, wirst du auf Artikel stoßen, die als Empfehlung Meditation angeben. Es gibt Menschen, bei denen klappt das mit dem Meditieren sehr gut und andere, die dafür zu unruhig sind oder es einfach zu esoterisch finden. Trotzdem ist der Alphazustand, in den man mit Meditation gelangt, eine der besten Möglichkeiten unbewusste Anteile aufzugreifen und vor allem diese durch bestimmte Techniken wie Visualisierung/Imagination zu verstärken. Das Vorgehen ist dann ähnlich wie oben beschrieben.

Wow. "All das, damit ich mich nicht mehr so aufrege, erfolgreicher werde, vielleicht mit meinem Geld besser klarkomme?" fragst du dich gerade vielleicht. Klingt nach einer Menge Aufwand, Zeit und Energie, oder?

Natürlich ist es am Ende einfacher, sich dem Ärger hinzugeben und manchmal macht es auch einfach Spaß sich aufzuregen, seinem Unmut über politische Situationen Luft zu machen oder über andere Autofahrer zu schimpfen. Wenn es zu viel wird, merkst du sehr schnell, dass sich andere Situationen in deinem Leben ebenfalls negativ äußern.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ganz ausdrücklich darauf hinweisen, dass es nicht darum geht, sich die Welt schön zu reden und Realitäten nicht anzuerkennen. Es gibt ausreichend Dinge in der Welt, die schlecht laufen und die wir nicht beeinflussen können. Aber ich bin auch der festen Überzeugung, dass es nicht das absolut Schlechte gibt, so wie es nicht das absolut Gute gibt. Wir haben von beidem ausreichend Anteile in uns und es liegt alleine an dir, welche Bedeutung du den Dingen in deinem Leben gibst und wie du deinen inneren Dialog lenkst. Denn das ist es, was du am Ende immer beeinflussen kannst: Wie du etwas bewertest und mit welchem Fokus du auf eine Situation schaust.

Was könnte der Nutzen aus deinem Problem sein?

Alles Gute für dich
Ben (wir waren ja hier beim Du :-) )

Kommentare

  1. Der bestimmt längste Artikel den das Internet je gesehen hat und trotzdem hilft er mir. Dnke für diesen ungewöhnlichen Post

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  2. Sie öffnen einem die Augen! Wäre Coaching nicht so teuer wäre ich längst bei ihnen gewesen. Alexander S.

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